Hunde draußen fotografieren HowTo Teil 1 – Bewegungsfotos

Wenn ich mit den Windhunden und der Kamera draußen unterwegs bin, werde ich oft  angesprochen, welche Kamera ich benutze und insbesondere welche Einstellungen denn für verwendet werden um die Bewegungsfotos der Flitztiere einzufangen.

Da schreib ich doch mal ein kleines HowTo auf Grund meiner Erfahrung mit zwei Highspeed Teppichen. Windhunde erfordern, insbesondere bei Bewegungsfotos, ein sehr genaues und sauberes Arbeiten. In erster Linie ist mehr Kreativität gefragt, als teure Kameras und Technik. Letztere erleichtert allerdings die Sache ungemein und kann die Kreativität positiv unterstützen.

Doch immer wieder bekomme ich zu  hören, ich habe die neue XY mit der tollen Optik XYZ, aber so richtig werden meine Fotos nix. Ein gute SLR oder Bridge Kamera ist heute durchaus schon für  500- 700,-€ zu haben. Nur wie bediene ich das Ding nun und das auch noch mit einem Auge auf mein umher rennendes Fellvieh.

Seid Ihr im Besitz einer manuell einstellbaren Kamera? Dabei ist es weniger wichtig, ob es eine DSLR (Digitale Spiegelreflex) oder eine Bridge Kamera ist. Perfekt und auf zu neuen Leveln der Hundefotos.

Bewegungsfotos oder Portraits?

Als erstes sollten wir uns darüber einig sein, welche Art von Fotos wir schießen möchten, Action-Fotos oder Portraits? Action-Fotos erfordern etwas mehr Anspruch an den Fotografen im Umgang mit seinem Equipment. Standfotos oder Portraits sind etwas entspannter zu bewerkstelligen, erfordern aber wiederum einen Hund, welcher auch mal ein paar Minuten ruhig auf der Stelle stehen bleiben oder sitzen kann.

Galgo Bewegungsfotos

Gestellte oder reale Bilder?

In vielen Fällen entlocken wir dem Hund nicht immer die gewünschte Aktion, die wir aber gerne auf unseren Bildern festhalten möchten. Da bleibt nur der Weg über die Geduld oder zu improvisieren. Ich persönlich bin ein absoluter Fan von realen Bildern und finde man sieht dies zum Teil auch im Gesichtsausdruck der Hunde. Ich liebe Bilder, in denen die Hunde miteinander interagieren. Doch manchmal bleibt einem keine andere Wahl, als dem Motiv etwas auf die Sprünge zu helfen.

Ich packe meine Fototasche!

  • Eine Kamera
  • Eine Isomatte
  • Hundis Lieblingsspielzeug
  • Die besten Leckerchen
  • Ein Handtuch

Immer auf Augenhöhe!

Nein, die Isomatte ist nicht für das von der Fotosession ermattete Fellviech zum Ausruhen gedacht, sondern für den empfindlichen Körper des Fotografen, wenn dieser bäuchlings auf dem Boden lauert. Um eure Hunde in einer entsprechend schönen Perspektive darzustellen, empfiehlt es sich, diese auf Augenhöhe zu fotografieren, vorausgesetzt ihr teilt nicht gerade mit einer Dogge oder einem Irischen Wolfshund euer Sofa. Also runter auf den Boden, so weit es geht.

Bewegungsbilder Action-Fotos

Die Bewegungsbilder sind für mich der Grund, warum ich mit dem Hundeschießen angefangen habe. Ja, für mich ist es ein Art Jagd nach dem perfekten Bewegungsbild, welches ich immer noch nicht geschossen habe. Denke ich es zu haben, muß ich es spätestens nach eine paar Tagen wieder toppen. 

Hunde in Bewegung

 

 

Für gute Bewegungsbilder benötigt ihr eine schnelle Verschlußzeit und einen guten Autofocus, bei Windhunden einen sehr, sehr schnellen Autofocus. Stellt Eure Kamera am besten manuell ein, eine Verschlußzeit zwischen 1/1250 – 1/1600 bei sehr schnellen Hunden auch gerne 1/2000 und mehr. Auf Grund der schnellen Verschlußzeit resultiert meist eine kleine Blende (Große Blendenöffnung) , da wir nicht immer das Glück haben im Hochsommer Bilder zu schießen. Die große Blendenöffnung hat aber gleich auch den Vorteil, dass der bewegende Hund sich schön vom Hintergrund absetzt. Der Hintergrund wird unscharf. Enorm erleichtert es die Sache natürlich, wenn eure Kamera über eine ISO-Automatik verfügt, dann müsst Ihr euch eigentlich um nichts mehr kümmern als darum, das Motiv mit dem Autofocus-Feld perfekt zu treffen.

Meine Einstellungen für Bewegungsfotos:

Verschlußzeiten: 1/2000 und kürzer

Blende: zwischen 4 und 2,0 je nachdem wieviele Hunde ich gleichzeitig im Bild habe.

Kamera auf ISO-Automatik (Begrenzt zwischen ISO100 und ISO1600)

Den Autofocus habe ich auf die nachführende Variante eingestellt mit so wenig Messfeldern wie möglich, damit auch nur der Hund fokussiert wird und keine Büsche oder Grashalme drumherum.

Viele Kameramodelle verfügen noch über eine sogenannte Verfolgungsfunktion (Lock-On) im Autofocus Modus. Ich habe hier alles auf schnell gestellt.

Die Serienbildfunktion erhöht die Wahrscheinlichkeit den Hund im richtigen Laufmoment zu erwischen.

Auslöse-Priorität vor Schärfe-Priorität. Warum, kann ich leider nicht wirklich begründen, habe damit aber eine bessere Ausbeute.

Spotmessung bei der Belichtung, damit der Hund richtig belichtet ist und die Umgebung, je nach Fellfarbe im Idealfall etwas überbelichtet.

Kamera still halten im Moment während des Auslösens. Natürlich müsst ihr den umher rennenden Hund mit der Kamera verfolgen, doch während ihr eure Bildfolge schießt, haltet die Kamera still!

Hundefotos statt Sportprogramm!

Reale Bewegungsaufnahmen erfordern Bewegung auch vom Fotografen. Also nistet euch nicht zu gemütlich auf der ISO Matte ein, sondern haltet euch auch in Bewegung. Bei mir grenzt das teilweise wirklich an Leistungs-Sport und ich habe mich morgens schon oft gefragt wieso ich Muskelkater im Bauch und den Beinen habe.

Besser gehts zu zweit.

Entweder zwei Hunde oder es hilft euch ein Mensch, euer Modell zur Bestleistung zu animieren. Habt Ihr einen Menschen gefunden, der euer Fotovorhaben unterstützt, dann bitte Ihn doch vor geeigneter Location, z.B. auf einem Waldweg oder ähnlichem, dem Hund ein Bällchen zu zu werfen. Möglichst den Ball direkt auf euch zu. Nach dem Werfen soll sich der Werfer möglichst schnell hinter einem Baum verstecken oder sonst wie aus dem Bild bringen. So bekommt Ihr gute Lauffotos hin ohne eure Postion großartig zu verändern.

Welche Optik für Bewegungsfotos?

Im Grunde könnt Ihr alles benutzen was auch in der Sportfotografie Anwendung findet, wenn ihr genug Geld habt um euch das anzuschaffen. In der Regel reicht aber ein Tele-Zoom mit einer Brennweite von 70-200mm, alles andere ist eine Qualitätsfrage und nach oben gibt es keine Grenzen. Ich benutze für die Action-Fotos eine 70-200mm von Sigma mit einer Lichtstärke von 2,8 durchgehend. Diese gehört schon zu den etwas professionelleren Optiken und wird gebraucht so um die 700,-€ gehandelt. Hiermit ist man schön flexibel, insbesondere wenn mehrere Hunde beim Toben geknipst werden sollen.

Finger weg vom Zoom beim Auslösen!

So schön flexibel das Zoom auch ist, sollte man sich vor der Bildserie überlegen, welche Brennweite eingestellt wird, denn wildes herum zoomen in Aktion mag der Autofocus gar nicht so gerne und reagiert mit verachtender Bildunschärfe. Gleiches gilt übrigens für den Bildstabilisator. Bei den kurzen Verschlußzeiten eher unnötig, aber man vergisst gerne Ihn abzuschalten.

Der Hintergrund.

Der Hintergrund – selbst das perfekte, scharfe Bewegungsfoto kann sich später bei Auswerten als unbrauchbar herausstellen. Dann steht da doch gerade ein Papierkorb im Bild, der einen dann in die photoshoptechnischen Grenzen verweist. Ein homogener Hintergrund ist perfekt für Flitzbilder. Eine Wiese am Waldrand oder an einem Gewässer gelegen eignet sich sehr gut. Auch mit Bäumen gesäumte Wege können Bewegungsbildern eine gewisse Tiefe geben.

Bewegungsfoto Hund
Bewegung im Nebel, der perfekte Hintergrund nur leider nicht immer verfügbar

Das Licht.

Schnelle Bewegungsbilder erfordern viel Licht, damit die oben genannten Kameraeinstellungen überhaupt realisiert werden können. Manch ein Fotograf steht extra früh auf, um das weiche Morgenlicht mit tief stehender Sonne einzufangen. Wir sind da eher die Langschläfer und nutzen die Abendstunden kurz vor Sonnenuntergang, ich finde das Licht hier noch schöner und es ist meiner Meinung nach etwas flacher und neutraler als am Morgen. Die Sonne im Rücken ist nicht optimal. Wenn der Hund auf mich zugelaufen kommt und ich die Sonne auf meinem linken Ohr fühle, ist es für meine Ansprüche die perfekte Beleuchtung. Natürlich lassen sich auch mit gekonnten Gegenlichtaufnahmen tolle Bilder, insbesondere von stark befellten Tieren, einfangen. Ich habe viel mit verschieden Sonnenständen experimentiert und auch in den, von vielen Fotografen verhassten „harten“, Mittagsstunden tolle Bilder gemacht, ein Polfilter kann dies möglich machen.

Drei Windhunde beim Spiel
In der Mittagssonne, aber mit Polfilter

Das Motiv

Rennender Hund von schräg links nach rechts mit 1/3 mehr Platz auf der rechten Seite. Das ist das Standard Hunderennbild und mittlerweile fast die Norm. Das soll heißen, wenn der Hund auf euch zu rennt, dann am Besten von schräg links nach rechts. Im rechten Bildraum laßt Ihr dann etwas Platz,  so dass der Betrachter noch etwas in das Bild hinein interpretieren kann, das sorgt für Spannung und wäre der Idealfall. Langweilig, da schon tausendfach geknipst! Ich finde gerade tolle Anschnitte oder Bilder, die nicht aussehen als seien sie aus dem Katalog, perfekt. Also lieber kreativ sein, als sich Motive vorschreiben lassen.

Loki in Bewegung

Augen scharf!

Ein schöner Hintern einer netten Hundedame würde Elvis und Loki bestimmt entzücken, doch meist wollen wir Menschen ja das Hundegesicht sehen. Und da ist es sinnvoll, dass die Augen auf dem Bild scharf sind. Am Besten Ihr versucht mit dem Autofocus-Messfeld immer die Augen zu treffen. Meistens reicht dann die Tiefenschärfe je nach gewählter Blende noch aus, um auch Ohren und Nase scharf abzubilden. Jetzt kommt das Handtuch ins Spiel, schaut das euer Hund saubere Augen und Ohren hat, um so weniger habt Ihr später zu retuschieren, falls etwas stört.

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